Dienstag, 1. November 2016

REZENSION I LIVING THE DREAM VON AMELIE MURMANN

Carlsen im.press  I  eBook  I  285 Seiten  I  3,99€  I  April 2016

Ich war gerade Babysitten, als mir die Idee kam. Marco, der kleine Junge, auf den ich aufpasste, hatte sich vor etwa einer Stunde nach langem, tapferem Kampf endlich dem Schlaf ergeben. Ich hatte ihn hoch in sein Zimmer getragen, noch kurz dabei zugesehen, wie er beim Atmen eine seiner kleinen Glöckchen immer wieder aus dem Gesicht pustete, und mich dann mit einem wohligen Gefühl auf die Couch zurück gezogen. Im Fernsehen lief ein Teeniefilm, den ich schon zigmal gesehen hatte. Einer dieser Filme volle Cheerleader, Jocks, Nerds und Geeks. Voller Klischees. Voller Erfahrungen, die angeblich zum Teenieleben dazugehörten. Erfahrungen, die ich noch nicht gemacht hatte, obwohl meine Schulzeit bereits in etwas mehr als einem Jahr vorbei sein würde. 


Living the Dream - das ist Lillis Schlachtplan, als ihr zu Anfang des neuen Schuljahres aufgeht, dass ihr nur noch ein Jahr bleibt, um alles zu tun, was zu einem ordentlichen Teenagerleben dazugehört: rauschende Partys, jede Menge Drama und natürlich der erste Kuss! Ihre Anfangsmission lautet: Bringe jemanden dazu, sich gezwungenermaßen im Unterricht neben dich zu setzen, und verliebe dich dann in ihn. Eine Herausforderung, findet Lilli, aber machbar! Doch dann gerät sie dabei ausgerechnet an Zachery Martinez, den Draufgänger der Schule. Und als sie ihm auch noch versehentlich Nachsitzen einhandelt, ist er alles andere als begeistert. Gut, dass es noch weitere Missionen auf ihrer Liste gibt. Blöd nur, dass ihr Zach bei diesem Vorhaben immer wieder in die Quere kommt – ganz besonders bei der Mission "Erstes Date". (Quelle Text & Bild: Carlsen im.press)

Das war mein erstes Buch von Amelie Murmann und ich war etwas hin und hergerissen, wie ich es am Ende bewerten sollte. Trotz des sehr angehm leichten Schreibstils, hatte ich einen etwas holprigen Start in die Geschichte und brauchte einige Seiten um mich auf Lilli einlassen zu können. Zu Anfang klärt Lilli den Leser auf, wie ihr die Idee zu dieser Liste gekommen ist und was das Ganze soll. Die Grundidee die Protagonistin eine Liste abarbeiten zulassen ist jetzt nicht unbedingt neu, aber immer wieder amüsant, da die Protagonistin, in diesem Fall Lilli, in teils sehr peinliche Situationen geworfen wird.

Warum zur Hölle ich schlauer sein sollte als andere, nur weil meine Mutter Lehrerin war, 
das würde mir wohl auf ewig ein Rätsel bleiben.

Lilli führt im Grunde ein eher ruhiges Leben, doch das ändert sich, als sie anfängt ihre Living-the-Dream-Liste zu schreiben. Lilli hat ein ziemlich loses Mundwerk und sollte öfter mal ihren Stolz runter schlucken, da sie das immer wieder in hitzige Auseinandersetzungen bringt. Ich mochte sie zwar sehr gern, aber sie konnte auch recht anstrengend werden. Besonders, wenn es um ihre Cousine Mona ging und Lilli ihre melodramatische Ader raushingen ließ. Meistens ist sie anzutreffen in Begleitung ihrer beiden besten Freundinnen Katrina und Hannah. Die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber zusammen einfach unschlagbar sind. Vor allem Hannah und ihre Fangirl-Anfälle brachten mich immer wieder zum Lachen. Zachery, der unserem Trio jeweils eine Märchenprinzessin zugeordnet hat, scheint erst einmal der Bad Boy in der Geschichte zu sein, doch schnell stellt sich raus, dass das meiste nur Gerüchte sind. Er lässt zwar gern das Arschloch raushängen und hat gefallen daran Lilli zu triezen, doch ist er ein liebevoller großer Bruder und kann auch Lilli und ihren Freundinnen gegenüber mehr als nett sein. 

Veronica Mars konnte einpacken, denn jetzt war Elisabeth Benz an der Reihe.

Der rote Faden in dieser Geschichte ist ganz klar zu erkennen und jedes Kapitel ist einem Punkt auf der Liste gewidmet. Es war köstlich zu lesen, wie Lilli, wenn es um ihre Liste ging, immer im Plural von sich selber sprach bzw. mit sich selber. Beim Lesen war mir aufgefallen, dass die Autorin die Serie Veronica Mars sehr mag, da es immer wieder Vergleiche gab. Hin und wieder war das auch lustig, aber leider war es auch oft genug etwas zu viel. Ich bin selber ein großer Fan der Serie, doch Lilli wirkte manchmal wie eine billige Kopie von Veronica Mars. 

Machen die jetzt zu dritt sieben Minuten im Himmel?, hörte ich Kevin fragen. 
Dann hätte ich gerne auch als nächstes Pflicht!

Während ich zu Beginn etwas brauchte um in die Geschichte rein zu kommen, war die Mitte absolut fesselnd und ich wollte es überhaupt nicht mehr aus der Hand legen. Leider gab es vor allem zum Ende hin gewisse Längen und mir wurde es zu melodramatisch. Insbesondere das Finale fand ich einfach nur lahm, da es so schnell ging, so dass überhaupt keine Spannung aufgebaut werden konnte. Hinzu kam, dass das Ganze eh sehr vorhersehbar war. 

Du kannst dir jetzt wahrscheinlich denken, warum es mir schwer fällt dieses Buch zu bewerten, da es für mich immer ein auf und ab war. In meinen Augen hätte die Autorin das ganze Drama um Mona weg lassen können, da ich es sehr unnötig fand und bei mir totale Unruhe beim Lesen rein gebracht hat. Ich denke, dass dies nicht das letzte Buch von Amelie Murmann bleiben wird, was ich lesen werde, denn trotz meiner Kritikpunkte war es eine nette Lektüre, die man schnell nebenbei gelesen hat. 



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