Montag, 12. September 2016

REZENSION I ELFENFEHDE #1 - ZWEIMAL IM LEBEN VON MARIELLA HEYD

Zeilengold  I  Softcover  I  248 Seiten  I  12,99€  I  Januar 2017

Ich suchte die Sender des Autoradios nach guter Musik ab. Seit Wochen liefen immer wieder dieselben Meldungen in den Nachrichten. Die Stimme der blonden Nachrichtensprecherin aus dem Fernsehen und die der gesichtslosen Radiomoderatorin hallten nahezu identisch in meinem Kopf wider; wie ein ungeliebtes Zitat wiederholen sie sich automatisch in Endlosschleife, ohne dass ich über die einzelnen Worte noch nachdenken musste. Selbst das begleitende Rauschen des Radios hatte sich in mein Gedächtnis gebrannt. Natürlich sprachen die Nachrichten keineswegs davon, dass wir Anteil nehmen sollten an der Freude, Schönheit und Farbigkeit des Lebens - die Worte, die mich seit Tagen begleiteten, handelten [...] vor allem von dem angekündigten Meteoriten, [...].


Verantwortlich für den Meteoriteneinschlag? Feodora kann die Worte des Fremden nicht glauben, der nach der Katastrophe auftaucht und behauptet, dass sie für das Chaos in zwei Welten verantwortlich sein soll. Angeblich stammt Feodora aus der Anderswelt und ist von dort geflohen, um einem mächtigen Dunkelelf zu entkommen. Ihre einzige Chance, die Welten zu retten, besteht darin, in die Anderswelt zurückzukehren und ihn zu töten. 
(Quelle Bild und Text: neobooks)

Dank einer Leserunden auf Lovelybooks kam ich zu diesem Buch und lernte eine fantastische Welt kennen: die Anderswelt! So bezaubernd wie das Cover, war auch der Schreibstil von Mariella Heyd. Es lies sich wunderbar und flüssig lesen, doch an der Handlung hakte es am Anfang. Nach einem kurzen Prolog, wo der Leser Feodora als süßes kleines Mädchen erlebt, lernt der Leser die nun fast erwachsene 17 Jahre alte Feodora, von allen aber nur Feo genannt, kennen. Während sie auf dem Weg zur Bibliothek ist, denkt sie über den bevorstehenden Meteoriteneinschlag nach und wie unterschiedlich die Menschen auf diese Nachricht reagieren. Während einige das Ende der Welt prophezeien, feiern andere in ihrem Garten extra eine Party um sich das Spektakel mit Freunden anzuschauen. 
Andere Eltern fürchteten, dass ihre Töchter sich zu früh an den Hals irgendwelcher Jungs warfen und
meine befürchteten mittlerweile, dass ich als alte Jungfer inmitten einer Katzenhorde sterben würde.

Feo lebt in England und verbringt lieber ihre Zeit in der Bibliothek als auf irgendwelchen Partys.  Schon als kleines Mädchen liebte sie Märchen und Sagen, was sich auch als Jugendliche nicht wirklich geändert hat. Zu Anfang schätzte ich sie als eine sehr starke Persönlichkeit ein und konnte mich gut mit ihrer Einstellung identifizieren, doch später auf ihrer Reise in der Anderswelt kommt sie mir meist sehr hilflos vor und ihre naive Art bringt sie immer wieder in Schwierigkeiten. Dennoch macht sie, wenn auch eher in kleinen Schritten, eine positive Entwicklung und lernt langsam aus ihren Fehlern. Oft habe ich über ihr Verhalten den Kopf geschüttelt, trotzdem konnte sie mich mit ihrer neugierigen und freundlichen Art und Weise für sich einnehmen. Allerdings wäre sie ohne ihren Wächter völlig verloren gewesen. Zerdon ist nicht nur Feos Beschützer, sondern hegt auch romantische Gefühle für sie, was dem Leser trotz seiner arroganten und abweisenden Art schnell klar wird. Zudem ist Zerdon ein Elf, zwar von der friedvolleren Sorte, doch schreckt er nicht vor Gewalt zurück, wenn es sein muss. Er macht es dem Leser nicht einfach ihn zu mögen, doch nach und nach zeigt er immer mehr von seiner weichen Seite und öffnet sich Feo. Der Antagonist dieser Geschichte ist Arawn, ein Dunkelelf, doch scheint mehr in ihm zu stecken als es scheint. Für mich war es bis fast zum Schluss unmöglich ihn irgendwo einzuordnen. Zum einen ist er freundlich und dennoch kann er auch sehr grausam sein. Hier ist nicht alles schwarz und weiß, auch wenn es manchmal so scheint.

Oho, also einen Plan B hat der feine Herr auch noch! 

Zu Anfang fehlte mir der rote Faden in der Geschichte. Die Handlung schien wirr und ohne Sinn. Ich wusste nicht so recht, wo das ganze hinführen soll, da auch die Charaktere sich widersprüchlich und seltsam verhielten. Der Wendepunkt kam, als es für Feo in die Anderswelt ging. Hier wurden einige Geheimnisse gelüftet und auch die Handlung hatte plötzlich Sinn. Die einzelnen Zahnrädchen der Geschichte passten ab diesem Zeitpunkt immer besser ineinander und ein roter Faden wurde sichtbar. Dank Mariella Heyds detaillierten Beschreibungen baute sich eine großartige Parallelwelt mit ihren fantastischen Wesen und märchenhaften Umgebung vor meinem inneren Auge auf, in der ich mich vollkommen verlor! Dennoch birgt diese Welt unzählige gefahren und Grausamkeiten, die die Autorin nicht verheimlicht, sondern schonungslos mit einfließen lässt. 

Du kommst durch eine magische Pforte in eine fremde Welt mit Wesen,
die es deiner Meinung nach nur in Büchern gibt, und jetzt wunderst du dich über das Wetter?

Das Ende würde ich nicht als Cliffhanger bezeichnen, aber es lädt zu Spekulationen über den nächsten Teil ein. Ich freue mich daher schon sehr auf den zweiten Teil dieser Dilogie und frage mich, ob ich mit dem ein oder anderen Recht behalten werde ;)

Trotz einem schwierigen Start konnte mich die Autorin mehr und mehr von ihren Charakteren und der Handlung überzeugen. Durch kreative Ideen zauberte sie eine ansprechende und unterhaltsame Geschichte für jung und alt. 

Kommentare:

  1. Du machst weiter und ich habe es verpasst 😱
    Soso schön dass du wieder da bist in der Bloggerwelt ☺️
    Deine Chiara

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    1. Momentan ist es eher noch schleichend ;)

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