Mittwoch, 24. August 2016

REZENSION I DARK ELEMENTS #1 - STEINERNE SCHWINGEN VON JENNIFER L. ARMENTROUT

Harper Collins YA!  I  Hardcover  I  368 Seiten  I  16,90€  I  Januar 2016

"Ein Dämon trieb sich bei McDonald's herum. Ein Dämon mit einer besonderen Vorliebe für Big Macs. Die meiste Zeit über liebte ich den Job, dem ich nach Schulschluss nachging. Die Seelenlosen und Verdammten zu markieren, bescherte mir jedes Mal ein verrücktes, wohliges Kribbeln. Aus Langeweile hatte ich mir sogar eine Quote vorgegeben, am heutigen Abend allerdings, sah das alles ganz anders aus.
Für den Englischunterricht musste ich noch ein Referat erarbeiten. Isst du die Pommer eigentlich noch?, fragte Sam, während er schon eine Handvoll Fritten von meinem Tablett klaute. Sein lockiges braunes Haar fiel ihm bis über den Rand seiner Nickelbrille. Lass bloß ihren Eistee in Ruhe. Warnend schlug Stacy ihm auf die Hand, und ein paar Pommer landeten auf dem Fußboden."

Nichts wünscht Layla sich sehnlicher, als ein ganz normaler Teenager zu sein. Aber während sich ihre Freundinnen sich Gedanken um Jungs und erste Küsse machen, hat sie ganz andere Sorgen: Layla gehört zu den Wächtern, die sich nachts in Gargoyles verwandeln und Dämonen jagen. Doch in ihr fließt auch dämonisches Blut - und mit einem Kuss kann sie einem Menschen die Seele rauben. Deshalb sind Dates für sie streng tabu, erst recht mit ihrem heimlichen Schwarm Zayne, dem Sohn ihrer Wächter-Ersatzfamilie. Plötzlich wird sie auf einem ihrer Streifzüge von dem höllisch gut aussehenden Dämon Roth gerettet und er offenbart ihr das schockierende Geheimnis ihrer Herkunft!
Es war für mich mein zweiter Versuch mit der Autorin warm zu werden, da mir Obsidian überhaupt nicht gefallen hat. Daher bin ich etwas skeptisch an dieses Buch rangegangen und war am Ende positiv überrascht. Klar ist, dass dies keine hochtrabende Fantasyliteratur ist, sondern eher an Twilight erinnert. Dennoch hat es mir größtenteils Spaß gemacht es zu lesen. Sie hat einen schönen lockeren Stil, der gut zu der Protagonistin gepasst hat. Manchmal hatte sie mir zuviele Information auf einmal gegeben, so dass ich das Gefühl hatte schon 50 Seiten gelesen zu haben, dabei waren es nur fünf. Am Anfang hat es mich direkt positiv gestimmt, dass es einen Ich-Erzähler gibt, nämlich Layla. Die Autorin fackelt auch nicht lange, sondern es geht direkt los mit einem Streifzug durch die Stadt, wobei Layla dann einiges zu den Wächtern und Dämonen erklärt. Das hat mir auch gleich ein gutes Gefühl gegeben, da ich so keine tausend Fragezeichen im Kopf hatte und dem Verlauf auch besser folgen konnte. 

"Du musst vor Bambi keine Angst haben", versicherte der Dämon mir liebenswürdig. 
"Sie ist nur neugierig und hat vielleicht ein bisschen Hunger."

Mit Layla hatte ich trotz allem meine Schwierigkeiten. Ich fand sie vor allem am Anfang sehr naiv, unselbstständig und sie hat alles geschluckt, was die Wächter ihr gesagt und beigebracht haben, ohne jemals etwas zu hinterfragen. Für sie gibt es die Guten (Wächter) und die Bösen (Dämonen) und dazwischen gibt es nichts. Was ich persönlich als eine sehr bedenkliche Einstellung empfinde und es hat auch länger gedauert bis sie diese abgelegt hat. Dazu muss ich auch sagen, dass sie unter großem Druck durch ihre Adoptivfamilie stand, da diese ihr auch immer eingetrichtert haben, dass ihre dämonische Seite schlecht ist, dass sie sie verbergen muss und das dazu geführt hat, dass Layla diese Seite an ihr richtig hasst. Das andere was mich an Layla gestört hat, war ihre übertriebene Schwärmerei für Zayne. Das war sehr nervig, sehr anstrengend und hat mich (im negativen Sinne) gleich an Bella (Twilight) und Clary (Chroniken der Unterwelt) erinnert. 
Zayne hat im ersten Band eher eine kleine Rolle, so dass ich zu ihm gar nicht viel sagen kann. Auch über die meisten anderen Wächter erhält der Leser keine großartigen persönlichen Details. Durch Layla erhält der Leser lediglich einen Einblick in den Alltag der Familie. Dennoch fand ich fast alle Wächter eher unsympathisch. Sie sind arrogant, überheblich und halten sich für etwas besseres. Sie haben mich teilweise an Sekten erinnert, da die Strukturen ähnlich waren. 
Mein Liebling ist und bleibt Roth, denn er ist einfach eine coole Sau! Er bedient natürlich das klassische Klischee des Bad Boy, hat immer einen frechen Spruch parat und sieht verdammt heiß aus.  Allerdings ist es sein Blick auf die Welt, was ihn  zu meinem Favoriten macht. Er teilt die Welt nicht in Gut und Böse ein, sondern zeigt Layla die Grauzonen. Er zeigt ihr, dass das eine nicht ohne das andere kann und das die Dämonen einen wichtigen Part in der Welt spielen. 

"Ich soll dir vertrauen? Einem Dämon? Bist du auf Crack oder was?"
In seinen Augen schimmerte etwas auf. Verärgerung?

Einpaar Dinge fand ich unlogisch, z.B. dass sich die Wächter geoutet und der Öffentlichkeit gezeigt haben. Mir erschließt sich der Grund nicht, da den Menschen trotzdem verschwiegen werden muss, dass es Dämonen gibt, da dies sonst den Freien Willen beeinflussen würde und es hat auch keinerlei Vorteil für die Wächter. Ganz im Gegenteil, denn so hat sich eine Anti-Wächter-Front gebildet.  
Sehr positiv war, dass sich der Fantasypart und Laylas Liebeschaos mit Roth gut die Waage gehalten haben und das ganze rund miteinander verwoben wurde. Der Verlauf der Geschichte war für mich in den meisten Fällen stimmig. Das Tempo war ebenfalls in den meisten fällen stimmig. Natürlich gab es einige Momente die ich persönlich abgekürzt oder ganz übersprungen hätte, aber alles in allem war es sehr adäquat. 

Dämonen waren böse, ganz gleich, wie normal sie auch aussehen mochten.

Zum Ende gab es einen spannenden Showdown, der mich sehr gefesselt hat. Das Buch wollte ich gar nicht mehr aus der Hand legen, bevor ich nicht wusste, wie es aus ging. Die Grundgeschichte endet hier natürlich nicht, sondern wird sich durch alle drei Bände ziehen, aber die Handlungsstränge des Buchs werden abgeschlossen. Dennoch war ich froh Band 2 schon im Regal stehen zu haben.

Es ist ein gutes Buch, kann aber nicht aus der Masse heraus stechen. Die Autorin hat das Rad nun mal nicht neu erfunden, sondern sich am Vorhandenen bedient. Dennoch kann ich es jedem empfehlen, der Freude an solchen Geschichten hat. Mich hat es auf jeden Fall gut unterhalten und amüsiert. Teil zwei habe ich ebenfalls schon gelesen und die Rezension wird bald online gehen. Ein Fan der Autorin werde ich trotzdem nicht. Da es meiner Meinung nach einfach bessere und kreativere Autoren gibt. 

Kommentare:

  1. Hallo Ninchen,

    das ist eine wirklich schöne Rezension. :)
    Leider konnte mich das Buch nicht so sehr begeistern wie dich, dafür jedoch bin ich ein großer Fan der Lux-Reihe. Schon witzig manchmal, wie unterschiedlich die Meinungen sein können. Aber wäre ja auch langweilig, wenn es anders wäre. ;)

    Ich wünsche dir noch eine schöne Restwoche und lasse dir ganz liebe Grüße da
    Maike

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    1. Hi Maike,

      Danke :) Ja, so ist das manchmal, aber schon lustig, dass uns von einer Autorin die Bücher so unterschiedlich gefallen ;)

      Liebe Grüße,
      Janina

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  2. Hallo Janine,
    Teil 2 der Reihe liegt schon auf meinem SuB. Teil 1 möchte ich auch möglichst bald lesen. Als ich das Buch damals in meiner Buchhandlung entdeckt und reingeblättert habe, war ich nicht so ganz überzeugt vom Schreibstil. Mittlerweile habe ich so viele positive Rezensionen gelesen und auch deine spricht mich wieder total an. Du hast meine Vorfreude nochmal stark befeuert.:o)

    Ganz liebe Grüße Tanja

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